Ausgewählter Beitrag

Ein bisschen Meer-Stimmung, Gedicht, Fernweh und Musik



Ostsee-Erinnerungen ....



Der Grashalm

Da drinnen im Waldesgrunde,
Am mild beschatteten Bach,
Da steht ein schlanker Grashalm
Und sieht den Wellen nach.

Entwandernd schau'n sie zum Halme
Mit Silberblicken empor,
Da beugt er sich liebend hinunter,
Küßt Welle für Welle zuvor.

Da scharen die zärtlichen Wellen
Liebkosend sich um ihn her
Und tragen ihn, leis' umarmend,
Mit sich hinaus ins Meer.


Johann Fercher von Steinwand (1828 - 1902),
Pseudonym: Johann Kleinfercher,
österreichischer Dichter und Lyriker

... zufällig im Netz gefunden, dieses Gedicht - es gefällt mir sehr :-)


Ja, immer wieder packt sie mich, die Meeressehnsucht.. aber seit ich vor vier Jahren das Musikmachen entdeckt habe, hat das Fernweh sich bei mir doch etwas entspannt. Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist .... aber über die Instrumente habe ich einen Weg gefunden, dieses sehnsüchtige Ziehen in und an meiner Seele, das mich immer fort treiben wollte, auszugleichen und auszuleben.

Musik hören war schon immer extrem wichtig für mich - aber erst seit ich selbst mit meinen Händen Töne erzeuge, und sei es auch noch so "anfängermäßig" - habe ich diese Ruhe in mir gefunden - dass es mich nicht ständig weg von daheim zieht. Wie eine Art "Erfüllung", und auf jeden Fall ein Ausgleich zum manchmal stressigen Alltag.

"Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst." (Lucius Annaeus Seneca)




Hier haben wir schönstes Spätsommerwetter im Herbst, ich mag das sehr. Zu schade, dass es zum Wochenende hin bergab gehen soll mit dem Wetter, aber - bei Sturm und Regen liebe ich es besonders, gemütlich daheim zu sitzen und Musik zu machen. Auch meine Abneigung gegen Herbst und Winter ist dadurch viel weniger geworden...

Diese schicksalhafte *g* Begegnung mit dem Keyboard damals Ende 2013 - die hat alles ausgelöst, dann die auf dem Adventon bzw. über Georg Däges bekommenen Impulse zum Leier- und später zum Kantelespielen  ... Wenn mir das früher jemand prophezeit hätte - ich hätte ihm nicht geglaubt, da ich eigentlich mit aktivem Musikmachen nie etwas am Hut hatte, und Musik in der Schule frühestmöglich zugunsten von Zeichnen abgewählt habe, im Unterricht schlechte Noten hatte, und auch nur gut eineinhalb Jahre Klavierunterricht als Kind, ehe ich das Klavierspielen aufgegeben habe und nie wieder begonnen ..bis Ende 2013, seit damals bringe ich mir alles autodidaktisch bei. Das war wirklich ein "Geschenk des Schicksals", über das ich mich immer noch freue, wie verrückt :-)

Liebe Grüße an Euch.

Birgit 28.09.2017, 10.09

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Kommentare zu diesem Beitrag

8. von kelly

Liebe Birgit, die Zeit der Romantik ist so fern und das Fernweh so nah.
Deine Liebe zum Musizieren ist die Erfüllung und macht dich heil, Therapie der Seele.
Die Fotos und das augenblickliche Entstehen der Wellengeräusche im Kopfkino locken mich bei all meinem Pragmatismus...
Liebe Grüße aus dem derzeitigen Nebelloch!
Kelly

vom 29.09.2017, 08.50
7. von Kirsi

Dein erster Name war damals als ich ein Kind war immer die "Hilfe" für viele Erwachsene die nicht glauben konnten und wollten das ich so heiße.
Aber in den 70igern gab es auch noch nicht so viele "andersklingende" Namen - meine Mutter hatte auch solche Schwierigkeiten, aber aus ihrem Namen konnte man nichts ableiten ;-)
So das nur ganz kurz zum Vornamen.
Deine Bilder sind so schön - eins schöner als das andere - ja dieses Ziehen, irgendwo dahinten am anderen Ende der Ostsee da ist dann Finnland ...
Das Gedicht (da geht es mir wie Elisabetta) und auch den Autor - mir beides völlig unbekannt, aber es klingt sehr schön.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende (wir haben Montag frei - ein langes also auch noch) und sende liebe Grüße
Kirsi

vom 29.09.2017, 08.46
6. von Linda

Das erste Bild ist echt der Hammer. Wunderschön.
Freut mich, daß du ein bißchen Ersatz oder Ablenkung wegen der Sehnsucht hast. Nach all den Jahren Klavier nun denke ich nicht, daß du noch anfängermäßig spielst. Wie muß man denn spielen? Viele liebe Grüße Linda

vom 29.09.2017, 07.53
5. von Morgentau

So schöne Dinge für die Seele ... stimmungsvolle Bilder und so ein zärtliches Gedicht ... da wird mir ganz warm ums Herz, liebe Birgit.

Wunderbar auch, dass du einen Weg gefunden hast, deine Sehnsucht zu mildern. Nur so ist es möglich.

Ich wünsche dir weiterhin viel Freude am Musizieren
mit lieben Grüßen,
Andrea

vom 28.09.2017, 19.10
4. von 19sixty

Dieses Fernweh, ich kann es gut verstehen. Es ist so stark, dass es manchmal weh tut. Vielleicht sollte ich es auch mal mit einem Instrument versuchen. Schöne Musik ist beruhigend.

Liebe Grüße

vom 28.09.2017, 15.49
3. von Josi

Moin von der See.
Jetzt kommt hier die stimmungsvolle Zeit. Fängt an mit dem Nebel, der sich abends ankündigt und morgens dann ganz langsam verschwindet. Die Luft riecht anders -oftmals auch nach Gülle- und die Zugvögel machen sich auf die Socken. Allerdings vermisse ich bei all den Gänsen und anderem Flattervieh, meine Kraniche. Die haben wir hier nicht, die fliegen wohl geschickt um uns herum. Hm ..

Ich sende liebe Grüße und 'nen fetten Krauler für den Elstern-Jäger *gg*

Josi

vom 28.09.2017, 10.58
2. von Elisabetta

Liebe Birgit,
es ist allerhöchste Zeit endlich einen Kommentar in Deinem schönen und interessanten Blog zu hinterlassen.
Ich bin ja schon ein paar Mal am "Schnuppern" gewesen und bewunderte all die zauberhaften Bilder.
Vieles habe ich mit Dir gemeinsam - Individualismus, Musik (obwohl 8 Jahre Klavier gelernt, übe ich dies selbst leider nicht mehr aus) , Liebe zum Hund und in Maßen auch Fernweh.

Das Gedicht von Johann Kleinfercher kannte ich nicht, ja nicht einmal den Namen des Autors und es gefällt mir auch sehr gut. Eine derart zarte - fast zärtliche - Wortwahl für einen Grashalm, findet man selten.

Ich wünsche Dir einen angenehmen, fröhlichen Tag und schick auch liebe Grüße zu Dir
herzlich Elisabetta


vom 28.09.2017, 10.48
1. von A.B.

Das erste Bild ist wunderbar stimmungsvoll :)
Danke fürs Teilen.

Liebe Grüße
A.B.

vom 28.09.2017, 10.44



"Früher haben wir zum Himmel hochgesehen und uns gefragt, wo unser Platz im Universum ist.
Heute blicken wir auf den Boden hinab und zerbrechen uns den Kopf über unseren Platz im Schmutz."


Cooper (Matthew McConaughey)

"Das ist unmöglich!" (TARS)
"Ich weiß. Aber es ist notwendig."
(Cooper)

"Liebe ist das Einzige, was Zeit und Raum überwindet."
Brand (Anne Hathaway)

... in "Interstellar"




Eine Sternschnuppe ..




"Früher gab es nur Dunkelheit. Wenn du mich fragst, gewinnt das Licht."


Rust Cohle (Matthew McConaughey) - in "True Detective"





"Gib dem Menschen einen Hund
und seine Seele wird gesund."


Hildegard von Bingen
(1098 - 1179), deutsche Mystikerin,
Äbtissin und Naturwissenschaftlerin,
katholische Heilige







"... For you I will return
If I don't return
I will leave a message for you
carved in stone ..."

(Leaves Eyes - "Twilight Sun")





Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann,
und worüber es unmöglich ist, zu schweigen.

(Victor Hugo)




6saitige mittelalterliche Leier basierend auf dem Oberflacht-Fund, Stahlsaiten, C-Dur/d-Moll




8saitige germanische Leier, Nylonsaiten, F-Dur




10saitige diatonisch gestimmte Soprankantele (e-Moll) und
12saitige pentatonisch gestimmte Kantele (a-Moll p.)




27saitige chromatisch gestimmte Kleine Sopranleier, Choroi
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