Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kantele

Ein bisschen Meer-Stimmung, Gedicht, Fernweh und Musik



Ostsee-Erinnerungen ....



Der Grashalm

Da drinnen im Waldesgrunde,
Am mild beschatteten Bach,
Da steht ein schlanker Grashalm
Und sieht den Wellen nach.

Entwandernd schau'n sie zum Halme
Mit Silberblicken empor,
Da beugt er sich liebend hinunter,
Küßt Welle für Welle zuvor.

Da scharen die zärtlichen Wellen
Liebkosend sich um ihn her
Und tragen ihn, leis' umarmend,
Mit sich hinaus ins Meer.


Johann Fercher von Steinwand (1828 - 1902),
Pseudonym: Johann Kleinfercher,
österreichischer Dichter und Lyriker

... zufällig im Netz gefunden, dieses Gedicht - es gefällt mir sehr :-)


Ja, immer wieder packt sie mich, die Meeressehnsucht.. aber seit ich vor vier Jahren das Musikmachen entdeckt habe, hat das Fernweh sich bei mir doch etwas entspannt. Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist .... aber über die Instrumente habe ich einen Weg gefunden, dieses sehnsüchtige Ziehen in und an meiner Seele, das mich immer fort treiben wollte, auszugleichen und auszuleben.

Musik hören war schon immer extrem wichtig für mich - aber erst seit ich selbst mit meinen Händen Töne erzeuge, und sei es auch noch so "anfängermäßig" - habe ich diese Ruhe in mir gefunden - dass es mich nicht ständig weg von daheim zieht. Wie eine Art "Erfüllung", und auf jeden Fall ein Ausgleich zum manchmal stressigen Alltag.

"Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst." (Lucius Annaeus Seneca)




Hier haben wir schönstes Spätsommerwetter im Herbst, ich mag das sehr. Zu schade, dass es zum Wochenende hin bergab gehen soll mit dem Wetter, aber - bei Sturm und Regen liebe ich es besonders, gemütlich daheim zu sitzen und Musik zu machen. Auch meine Abneigung gegen Herbst und Winter ist dadurch viel weniger geworden...

Diese schicksalhafte *g* Begegnung mit dem Keyboard damals Ende 2013 - die hat alles ausgelöst, dann die auf dem Adventon bzw. über Georg Däges bekommenen Impulse zum Leier- und später zum Kantelespielen  ... Wenn mir das früher jemand prophezeit hätte - ich hätte ihm nicht geglaubt, da ich eigentlich mit aktivem Musikmachen nie etwas am Hut hatte, und Musik in der Schule frühestmöglich zugunsten von Zeichnen abgewählt habe, im Unterricht schlechte Noten hatte, und auch nur gut eineinhalb Jahre Klavierunterricht als Kind, ehe ich das Klavierspielen aufgegeben habe und nie wieder begonnen ..bis Ende 2013, seit damals bringe ich mir alles autodidaktisch bei. Das war wirklich ein "Geschenk des Schicksals", über das ich mich immer noch freue, wie verrückt :-)

Liebe Grüße an Euch.

Birgit 28.09.2017, 10.09 | (8/0) Kommentare (RSS) | PL

Nichtschwimmer-Hundi, Musik machen am Waldrand ...



... auf unserer kleinen Tour über Land und durch den Wald haben wir dort in einer ruhigen Ecke halt gemacht und einfach nur relaxt ..




..mein Schatz mit einem Buch über Astronomie, und ich mit meiner Soprankantele ...sehr entspannend.



Hosted on Fotki


Ja .. Zeit ist Luxus.. gemeinsame freie Zeit und die Möglichkeit, einfach loszudüsen an einen schönen ruhigen Ort. Natürlich haben wir auch in dieser einsamen waldigen Gegend Menschen gesehen - vor allem Motorradfahrer und Radler. Komplette Ruhe findet man in Straßennähe an einem Ferien-Sonntag wahrscheinlich nicht. Dennoch ..es war toll!

Ich halte die Kantele hier übrigens absichtlich verkehrt herum - damit die Abfolge der Saiten meinen beiden Leiern entspricht, wenn ich Stücke für die Leier darauf übe und spiele.



Hosted on Fotki


Stimmt ..unser Hund schwimmt nach wie vor nicht ;-) Der Ring ist hier für sie schon zu weit entfernt. Sie spielt gern im Wasser, aber Schwimmen .. nö :-) Wirklich ungewöhnlich für einen Retriever.

Einen schönen Sonntagabend wünsche ich Euch .. bis morgen :-)

Birgit 20.08.2017, 20.01 | (7/1) Kommentare (RSS) | PL

Was bedeutet Heimat ...



Zuerst einmal DANKE für Eure lieben Kommentare zu meinem vorigen Eintrag, ich freue mich sehr :-)





Diese Momentaufnahme entstand vor ein paar Tagen auf der Hunderunde ..

Ich mußte den Augenblick einfach festhalten - er war so unglaublich schön!

Mildes, nicht zu warmes Frühlingswetter, der Duft der Natur überwältigend, und der Ausblick übers Land ..die Schönheit unserer Landschaft hier ..

Ja - das war ein Heimat-Gefühl. Ein schönes Gefühl, eins sein mit der Gegenwart, der Natur, der Welt um mich herum.

Ich bin eigentlich nicht so der Heimat-Typ, kann mich auch anderswo schnell wohlfühlen - aber z. B. dort, wo ich ursprünglich herkomme, also die ersten 18 Jahre meines Lebens verbracht habe (manche würden das Heimat nennen), würde ich nie, niemals wieder leben wollen.

Heimat war für mich viele Jahre eine andere Kleinstadt ...

Inzwischen liebe ich das Leben hier auf dem Land so sehr ...kann mir aber dennoch nach wie vor einen kompletten Wegzug von hier ganz woanders hin vorstellen, sogar auf einen anderen Kontinent.

Wir leben vielleicht nur einmal, und es gibt so viele Möglichkeiten ...





Home is where my heart is ..


wo viel Natur ist, und wo die Wesen und Dinge sind, die ich liebe ... wo ich mich entfalten kann, Freiraum habe und Ruhe, Platz um mich herum und Musik - und auch die Möglichkeit, über Land fortzufahren - und zurückzukehren.





Ich wünsche Euch ein schönes, erfülltes Wochenende :-)

Birgit 19.05.2017, 09.42 | (9/0) Kommentare (RSS) | PL

Der Prinzenstein, Kantele spielen im Wald und improvisiertes Häkeln :-)

Hoffentlich hattet Ihr ein schönes Wochenende?

Unseres war toll .. Alles dabei - das übliche wochenendliche Arbeiten im Haus/Baustelle, Garten - ein kleiner Familienbesuch, aber auch schöne Touren durch die frühlingshafte Natur, Essen gehen, Musik, auf der Terrasse sitzen .. und .. mal wieder ein bißchen Handarbeiten.





Blick Richtung Aspach / Backnang ... Dort oben im Wald hat es wundervolle Wege und spezielle Orte.

Zum Beispiel der Prinzenstein:




Die Inschrift lautet: „Zum Andenken an Seine Königliche Hoheit den Prinzen von Württemberg von seinen treuen Jägern“.

Das Denkmal wurde 1870 errichtet. Faszinierend sind auch weitere Einritzungen von Privatleuten in den Stein, die offenbar auch schon viele Jahrzehnte alt sind.







Ja - meine kleine Soprankantele war mit von der Partie :-)


Es ist einfach wundervoll, im Wald auf einem Baumstumpf zu sitzen und zu spielen ..oder einfach beim Gehen ein paar Saiten zu zupfen. Die Klänge passen so gut in die Natur. Und es ist meditativ ..ganz intensives Er-Leben des Gegenwartsmoments ..durch die Klänge mit der Natur, mit dem Universum verbunden sein ..

Da ich keine spezielle Transporttasche für die Kantele habe, hieß es improvisieren. Eine Hirtentasche von meinem Schatz, die noch aus den Achtzigern stammt, schien geeignet, nur etwas zu klein/niedrig und etwas zu weich. Wobei es okay ist, wenn die Stimmnägel "frei" sind, nirgendwo anliegen, also oben raus schauen. Ich bin ja sowieso vorsichtig beim Transportieren.

Also grub ich meine verschütteten minimalen (!) Häkel-Kenntnisse aus den Tiefen meiner Erinnerung wieder aus ...samt 3 kleine Knäuel (150 g) "Wolle", die eigentlich eher einem zweiteiligen dicken Stoff-Faden gleicht, und die ursprünglich zum Stricken eines flusigen Schals vorgesehen war.

Eine Reihe gehäkelte Kettmaschen, auf dem oberen Rand der Tasche festgenäht, bildeten die Basis für einige Rundum-Reihen feste Maschen, soweit die Wolle eben reichte, und das war nicht sehr weit, weil sie so dick ist - 

außerdem habe ich die Tasche insgesamt durch Nachnähen gefestigt, und um den Tragegurt herumgehäkelt. Fertig war eine stabile "Erhöhung" bzw. Verstärkung des oberen Randes, farblich paßt es auch zusammen - und wenn es auch nur improvisiert ist - es erfüllt seinen Zweck für den Transport im Auto bzw. kleinere Strecken draußen (sowieso nur bei trockenem Wetter) und ist etwas sehr hippie-mäßig zumindest sehr individuell







Und vor allen Dingen - hat es mir richtig Spaß gemacht, mal wieder etwas Handarbeitliches zu machen :-) Früher habe ich gerne Decken gehäkelt - so patchwork-mäßig mit Mustern und ganz knallbunt. Und ab und zu auch einfache Stricksachen, einmal sogar eine Strickjacke, die mir letztlich allerdings etwas zu groß war  - meine Mom hat sie dann gerne übernommen :-) Das war bevor ich mich so viel mit Musikinstrumenten beschäftigt habe.

Die freie Zeit reicht nie für alles, was ich gern täte - muss mich halt entscheiden :-)

Jedenfalls war's richtig schön, auch vom Wetter her, trotz gelegentlichem Gewitter und Platzregen ..mild und Frühling pur.

Ich wünsche Euch einen schönen Wochenbeginn.

Birgit 15.05.2017, 10.16 | (9/1) Kommentare (RSS) | PL

Blüten, Sommerzeit - Zeitumstellung, Viren ...

Nun vielleicht endlich ein paar Zeilen hier tippen, ehe es wieder "losgeht" für heute ..gerade steht mal wieder so viel an, einige richtig heftige Nachrichten in meiner direkten Umgebung, lange schwierige Gespräche, die Energie aussaugen ..ich will mich aber hier auf das Positive konzentrieren ..

- und die berüchtigten Erkältungsviren haben inzwischen ihren Weg leider auch zu uns gefunden - ausgerechnet diese Woche, ungünstiger könnte es kaum kommen (wobei - wann kommt ein Virus schonmal günstig ;-) )

- hoffentlich gelingt es, schnell gegen sie anzugehen.





Wie kommt Ihr denn mit der Zeitumstellung zurecht?

Ich bin - erwartungsgemäß - noch müder als ohnehin schon ..lach. Habe ja sowieso Schlafprobleme und kriege zu wenig Schlaf zum Ausgleich - und beim Aufstehen fühlt es sich für mich immer noch so an, wie viertel vor 5, statt viertel vor 6. Die Umstellung dauert bei mir immer eine Weile.

Aber ich finde es klasse, dass es abends länger hell ist.  So gesehen mag ich die Sommerzeit.



Wilde Primeln ..wunderschön :-) Bei uns sind die Wiesen voll davon, das sieht so toll aus ..





Nachmittags ist es so warm, dass man nach der Arbeit auf der Terrasse sitzen kann. Wundervoll. Ich liebe es, draußen auf der Leier und Kantele zu spielen ..diese Instrumente passen so gut in die Natur.



Können wir jetzt endlich weitergehen? ;-)

Ich wünsche Euch eine schöne Woche .. und bleibt oder werdet gesund.

Birgit 28.03.2017, 07.29 | (8/1) Kommentare (RSS) | PL

Gemischte Glücksmomente - Resumé: Leier, Kantele, Fellnase ...

Der letzte Tag einer mal wieder aufregenden und ziemlich vollgepackten Woche .. schon länger wollte ich mich hier wieder blicken lassen, aber dann hatte ich doch nie den Kopf frei dafür - und habe mich nach 8-9 Stunden Bildschirm-Arbeit nicht nochmal vor den Kasten setzen wollen, sondern mich lieber meiner Musik gewidmet ..und natürlich unserer Fellnase ..





Das ist Glück pur :-) Und die Musik der Saiteninstrumente wirkt ziemlich einschläfernd auf unseren Hund.





Auf der kleinen finnischen Soprankantele bringe ich mir momentan das Main Theme des Films "Interstellar" bei :-)


Und die "Große" - die ist einfach nur Entspannung pur. Die pentatonische Stimmung lädt zum absolut freien Spiel ein, es gibt keine "Mißtöne", weil die Tonfolgen immer irgendwie zusammen passen.

Angefangen hat ja alles mit ihr:





die mittelalterliche Leier auf Basis des Instrumentenfundes in dem Gräberfeld in Oberflacht, gebaut von Georg Däges in Ulm, welcher auch dieses Jahr wieder Baukurse für die 6- und 8-saitige Leier anbietet (siehe Link) und auch wunderschöne Stücke für die Leier verfaßt und in Notenbüchern zusammengestellt hat.

Mit dieser Leier hat meine Begeisterung für die alte Musik und die historischen Saiteninstrumente begonnen - und ich vermute, dass sich daraus so etwas wie eine "Sammelleidenschaft" entwickeln könnte :-) Denn es gibt so viele verschiedene Typen von Leiern, Kantelen ....die mich unheimlich reizen würden.. da wäre noch die sehr ähnliche Trossinger Leier, die Kravik-Leier, die Sutton Hoo-Leier ..und viele mehr. Außerdem wage ich mich so nach und nach an eine größere Saiten-Anzahl heran.

Da ich alles autodidaktisch mache (auch das Klavierspielen, da hatte ich aber als Kind schon Unterricht gehabt - und natürlich ist mir das Klavier nach wie vor sehr wichtig und ich spiele und übe so oft wie möglich) gehe ich langsam vor ..große chromatische Leiern mit 25 oder mehr Saiten sind zwar mein Ziel für später - aber das ist mir momentan noch zu schwer.

Zumal mich halt auch der historische Aspekt bei diesen Instrumenten fasziniert ..sie sind die Grundlage unserer späteren Instrumente. Die Kantele war ursprünglich ein fünfsaitiges Instrument ..daher möchte ich auch einmal ein solches spielen. Vielleicht schaffe ich ja mal eine Reise nach Finnland :-)

Ihr seht - ich gehe total in der Begeisterung für die Musik auf (und das, obwohl ich in der Schule richtig mies in dem Fach Musik war, und alles ganz schnell aufgegeben habe zugunsten von Zeichnen) - und die Entspannung und Ruhe, die mir das Spiel speziell auf Leier und Kantele gerade nach vollgepackten Tagen mit viel zu vielen Gesprächen bringt, ist unvergleichlich.

Ich bin sehr dankbar, dass ich das - eigentlich durch Zufall, es war ein Impuls auf dem Adventon - entdeckt habe ..es gleicht so vieles aus, was mich doch immer wieder streßt und beschäftigt, sowohl privat als auch beruflich.




Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für Euch :-)

Birgit 10.03.2017, 09.33 | (11/0) Kommentare (RSS) | PL

Pentatonische Kantele / Interstellar / Frühlingsbilder :-)



Wenn das nicht nach Frühling aussieht :-) Vorhin unterwegs entdeckt. Winterlinge, Schneeglöckchen ..



.. ein schöner Rücken kann auch entzücken ;)




Ich würde sagen, damit haben wir das Kapitel Winter abgeschlossen ;-) Klar kann es nochmal ein bisschen ungemütlich werden. Und nächste Woche soll es wieder stürmisch werden, das mag ich gar nicht - Sturm ist laut, und ich habe sowieso Schlafschwierigkeiten. Aber nun geht es mit großen Schritten auf die helle, blühende, lebendige Jahreszeit zu. Darüber bin ich total glücklich .... Glücksmomente :-) "Am Ende gewinnt das Licht" ....

Gemeinsame Zeit mit dem Rudel, viel Musik, viel Natur, Essen gehen, lange schlafen - genau so liebe ich die Wochenenden.Unser Lieblingsfilm auf DVD: "Interstellar". Ich habe schon seit langem das Gefühl, dass mich die neueren Kino-Events nicht mehr so ansprechen. Selten, dass mich ein Film wirklich total begeistert .. Interstellar bildet da eine ganz klare Ausnahme - dieser hochkomplexe Film geht ganz tief rein, ich kann ihn wirklich nur jedem empfehlen, selbst denen, die gegenüber Science-Fiction eher skeptisch sind - er ist bei aller zeitlich-physikalischen Komplexität wirklich komplett schlüssig und führt den Zuschauer auf ganz neue Ebenen des Denkens. Dazu eine wunderbare Filmmusik von Hans Zimmer ..ich habe schon versucht, sie nach Noten aus dem Netz auf dem Klavier zu spielen, aber diese Noten sind ziemlich schwierig, und ich übe eh schon viel zu viele Stücke parallel. Nun habe ich festgestellt, dass sich die zentrale Melodie wunderbar auf meiner Soprankantele spielen läßt :-)

Womit ich auch schon wieder bei der Musik und meinem "Mega-Musikpark" bin, wie eine liebe Blogfreundin das mal so treffend nannte ..lach. Ich habe wirklich eine Meise, was das angeht - seit ich Ende 2013 das Musikmachen für mich entdeckt habe, finde ich immer neue Leidenschaften (aber nicht dass meine Zeit irgendwie mehr werden würde, oder so ;-) ...)

Meine Soprankantele war ja ursprünglich pentatonisch gestimmt - ich wollte sie aber diatonisch haben - so bin ich bei der e-Moll - Stimmung gelandet, in der es sich wunderbar auch improvisieren läßt, aber auch Lieder sind gut spielbar ..und ich liebe Moll. Dur ist nicht so meins.

Dennoch war da immer der Gedanke im Hinterkopf, mich mit der pentatonischen (Fünfton-) Stimmung mal genauer beschäftigen zu wollen. Und nun habe ich es getan. Habe mir eine 12saitige große Kantele bauen lassen, die pentatonisch gestimmt ist, ausgehend von einem tiefen A, bis hoch zum C". Weggelassen werden F und H.

Das ist sie :-) Gebaut aus heimischen Hölzern - Ahorn und Eiche ...





Mit ihr konnte ich mich jetzt ausgiebiger beschäftigen, und meine frühere Skepsis gegen die pentatonische Stimmung ist verflogen.

Es ist ganz anders ..man muss sich drauf einlassen können und sollte vorher auch das bekannte Klangmuster loslassen, nicht mehr in Moll oder Dur denken, hören und fühlen. Und das Schöne bei der pentatonischen Stimmung ist, dass es sich nicht "falsch" anhören kann, egal was man macht. Das ermöglicht ein ganz entspanntes freies Spielen ...zum Meditieren, Visualisieren z. B. von einem Wasserfall, einem über Steine plätschernden Waldbach, dunkle Wälder ....was immer man an inneren Bildern entspannend findet.

Darauf Einlassen. Loslassen. Das ist es glaube ich auch beim Improvisieren. Wenn man Musik gelernt hat, dann hängt man sehr an den Strukturen - Notenfolgen, Takte, vorgegebene Systeme. Die Kantele z.B. lädt dazu ein, freier zu werden, einfach nur den Tönen nachzuhorchen, zu entspannen. Strukturen sowohl musikalisch als auch im symbolischen Sinne loszulassen, zu vergessen. Neue Welten zu entdecken - klanglich, und somit auch in sich selbst, weil die intuitiv gespielten Töne ja aus der Seele kommen.

Diese ganz unmittelbare Erfahrung ..das Streichen mit dem Finger über die Saite, und es erklingt ein reiner Ton, den ich nicht nur hören, sondern auch über die Schwingung des Klangkörpers direkt fühlen kann ..das ist ein wunderbares Gefühl! Dabei ganz entspannt da sitzen, kein Lern-Anspruch, kein Üben ..einfach nur spielen und "sein" ..das ist es, was regelrecht süchtig macht und ein unglaublich toller Ausgleich zum durchstrukturierten Alltag mit seinen Anforderungen ist. Dabei ist der Ton nicht zu laut, nicht zu fordernd ..er paßt sich der Seele an.




Der große Vorteil der Großen ist, dass die Saiten weiter auseinander stehen - also läßt sie sich leichter spielen. Bei der Kleinen mit ihrem deutlich engeren Saitenabstand ist doch ein bisschen "Aufpassen" angesagt, weil ich immer mal die Saite daneben versehentlich mit anschlage  - aber das ist auch nur Übungssache.


Ich hatte mir doch einmal eine kleine keltische Baby-Harfe gekauft, die ich auch im Blog vorgestellt hatte. Mit ihr bin ich nicht so zurecht gekommen - Harfe spielen ist doch ganz anders, als Leier und Kantele, und das nun noch zu lernen, neben der großen Klavier - Aufgabe, wäre mir zu viel geworden. Ich hatte sie fast nie gespielt, das ist doch schade ..Instrumente sollen klingen. Nun aber hat die Harfe bei meinem Klavierstimmer ein neues Zuhause gefunden :-) Und es ist Platz für die große Kantele.

Musik ... was wäre ich ohne :-) Hätte ich mir aber vor Ende 2013 auch nicht träumen lassen, weil ich früher nie Musik gemacht habe - nur gehört. Und in der Schule war ich richtig mies im Musikunterricht - meine erste schlechte Note, eine 5+ oder so, war in der 3. Klasse im Notendiktat, und da hat sich nicht viel geändert - Klavierunterricht hatte ich als Jugendliche, kurze Zeit, ca 2 Jahre oder weniger ..dann aufgegeben - aber genug als Grundlage fürs autodidaktische Klavierlernen als Erwachsene. Wie sich alles ändern kann ..




Ich wünsche Euch eine schöne neue Woche :-)

Birgit 26.02.2017, 19.07 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Jetzt könnte das Wochenende ..


... von mir aus beginnen ;-)


Warum gehen Sonntage eigentlich immer noch schneller rum, als andere Tage ..

Nach dieser heftigen Woche mit einigen sehr unangenehmen Impulsen, die mir dann nachts auch den Schlaf geraubt haben, war für mich erst einmal lange ausschlafen angesagt. Mein Schatz (der mit extrem wenig Schlaf auskommt, beneidenswert) meinte, das seien jetzt 20 Stunden gewesen bei mir ..lach. Also nicht am Stück, aber immerhin. Habe ich wohl gebraucht.

Und jetzt, wo die Regeneration gerade anfängt, ist das Wochenende schon wieder vorbei. Muss zugeben, dass meine Motivation für morgen besser sein könnte. Naja - auch das kann nur besser werden.



Dieses Schild mußte ich unbedingt mit aufs Bild nehmen ;-) Eigentlich ging es mir um den Limes-Turm im Hintergrund.



So sieht das aus, wenn ich mit dem Handy zu zoomen versuche *g* Aber immerhin. Könnte schlimmer sein. Wenn ich irgendwann mal in ferner Zukunft ein neues Mobiltelefon brauche, schaue ich, dass es mehr Pixel kann.

Glücksmomente der letzten Woche ..

- ruhige Momente alleine mit meiner Leier und meiner Kantele, Musikmachen als Ausgleich
- eine liebe Mitteilung von einer Kollegin
- der Chauffeur aus "Agent Carter" gefällt mir *gg*
- die erste Staffel "Justified" auf DVD ist gekommen (beide Serien sind schön kurz - länger als 40 min "Film" abends wäre mir definitiv zu viel zusätzlicher Input)
- ein netter Mail-Austausch mit einer Instrumentenbauerin ... ich habe beschlossen, mir noch etwas Musikalisches zu gönnen :-) Mehr dazu, wenn es konkret ist ..
- ein erholsamer Spaziergang in der Mittagspause durch ein extrem schönes Wohngebiet, wo ich doch richtig abschalten konnte von dem vielen Input

Was ich mir vorgenommen habe ..

- Gewissen Menschen in meinem Umfeld klarmachen, dass ich mir über den Tag nicht mehr so viele Stories anhören und Diskussionen privater Art führen kann. Manche der Stories sind extrem negativ, und ich kann mich von sowas dann nicht schnell genug distanzieren, auch wenn es mich nicht persönlich betrifft. Meine inneren Filter sind einfach nicht gut genug.

- Mich medial überwiegend ausklinken. Ich kann an den (negativen) Nachrichten ohnehin nichts ändern, ändern kann ich nur etwas in meinem direkten Umfeld. Momentan ist das Zuviel einfach zuviel (banal ausgedrückt)

- Mir in absehbarer Zeit mal einen freien Tag schenken. Oder wenigstens einen freien Nachmittag, ganz ohne irgendwelche Termine oder Verpflichtungen.

- Mich mehr auf das Schöne konzentrieren. Auch wenn das irgendwie nach "Vogel Strauß - Taktik" klingt.

Nächste Woche steht außer der Arbeit auch einiges an. U.a. Physio, Werkstatt, Klavierstimmer (das ist ein schöner Termin) .. mal sehen, ob ich zwischendrin mal fürs Bloggen den Kopf frei habe :-)




Eine schöne neue Woche wünsche ich Euch :-)

Birgit 19.02.2017, 19.04 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL

Alles Gute im Neuen Jahr für Euch :-) Hund, Musik


Hoffentlich hattet Ihr einen schönen Jahreswechsel? Ich wünsche Euch, dass das Neue Jahr ganz viele Glücksmomente für Euch bereithält.





Bei uns war's ganz entspannt, Haupt-Augenmerk natürlich auf unserem Hund, dem die Knallerei sehr suspekt ist - mir tun die ganzen Tiere an Silvester einfach nur leid ...

Sie war auch ziemlich nervös am Anfang um Mitternacht, aber sie hat sich an uns orientiert - wir verhalten uns ganz ruhig und normal, schauen TV, essen was, werfen ihr Käsestückchen zu, die sie fangen soll - das hat sie gut abgelenkt.




Zwischenrein hat sie sich mal direkt zwischen uns aufs Sofa gekuschelt ..ein gutes Zeichen.

- Unser früherer Hund dagegen - war immer panisch in den Keller gerannt, hatte sich in der hintersten Ecke versteckt....war gar nicht zu beruhigen.





Es wurde dann doch deutlich später, als gedacht ..ich hatte eigentlich vorgehabt, "früh" schlafen zu gehen, dann kam auf irgendeinem Sender aber eine Zusammenstellung von 80er-Hits aus Tommys Pop Show etc., und das war so schön retro, die 80er, das Jahrzehnt meiner Jugend *gg* also sind wir da hängengeblieben und haben noch ewig geredet.

Neujahr dann ganz entspannt gespätstückt, eine Runde am See im Nebel, und ich habe mir viel Zeit für meine Instrumente genommen, das hat gutgetan.
Meiner Kantele, die von c4 bis e5 diatonisch gestimmt war, habe ich statt dem f ein fis gestimmt - jetzt gefällt es mir noch viel besser! Ich habe ja ehrlich gesagt total wenig Ahnung von Musiktheorie - den Quintenzirkel kann ich nicht auswendig, kann mir  nur einzelne Tonarten merken, und mit Akkorden habe ich es auch gar nicht ..kenne sie einfach nicht. Mache ganz viel nur nach Gefühl.

Und mein Gefühl hatte mir gesagt, dass das f beim Spielen gestört hat - mit dem fis ist es jetzt wunderbar harmonisch über die gesamte Tonleiter. Also kann ich nur vermuten, dass ich somit jetzt in E-Moll spielen kann :-) Bzw in G-Dur, aber ich mag die Moll-Tonarten einfach viel lieber. Die pentatonischen Stücke sind auch sehr schön .. Da ist das f ohnehin immer ausgelassen worden - und wenn ich mich verspielt habe und das f versehentlich doch gespielt - dann klang es richtig störend.





Nun wünsche ich Euch einen schönen Wochenbeginn, und falls es schneit oder glatt ist ..paßt auf Euch auf.

Birgit 02.01.2017, 10.22 | (6/0) Kommentare (RSS) | PL

Früher vs. Heute /Finnische Kantele / Philosophie über die Musik / Hundi :-)


Vorletzte Woche nutzten wir einen gemeinsamen freien Tag, um nach langer Zeit mal wieder unsere Landeshauptstadt Stuttgart zu besuchen, wo ich früher mal gelebt habe.

Es war interessant, die Atmosphäre wieder neu zu erleben - aber es fühlte sich für mich irgendwie so an, als ob ein anderer Mensch die Stadt sehen würde ...zu viel hat sich seit damals verändert, zu sehr habe ich mich verändert. Ein wirklicher Stadtmensch war ich noch nie, aber mit 19, 20 war es toll, nur ein paar Stationen U-Bahn fahren zu müssen, um in die "Stamm-Disco" zu kommen und die Nacht durchtanzen zu können. Auch unter der Woche. (Ja, meine Sprachen-Ausbildung habe ich dennoch durchgezogen ;) )

Inzwischen haben sich meine Prioritäten gewandelt, und ich bin außerdem das totale Land-Ei geworden, liebe und brauche die Ruhe und Einsamkeit der Natur.

Musik höre ich natürlich immer noch gern, aber seit Ende 2013 mache ich sie auch selbst, mit immer noch wachsender Begeisterung. Also war es irgendwie klar, dass das Musikgeschäft in den Königsbau-Passagen mich magisch angezogen hat.

Dort entdeckte ich unter anderem mehrere Leiern, und - ein Instrument, das mich schon beim ersten vorsichtigen Streichen über die Saiten in seinen Bann zog: eine zehnsaitige finnische Kantele.





Ein ganz feiner, klarer, ja - silbriger Klang ... Die Stimmung kann pentatonisch (5 Töne) oder diatonisch (z. B. c4 bis e5) sein. Man kann es auf dem Schoß liegend spielen, die Saiten mit den Fingern streichen/zupfen, oder im Arm halten ..ja, sogar auf dem Sofa liegend kann ich ihm Töne entlocken :) Entspannender geht's kaum. Ich halte es allerdings meist andersherum, mit der längsten Saite zu mir, weil ich es so von meiner mittelalterlichen Leier her gewohnt bin. Das entspricht aber wohl auch der Entwicklung des Instruments und seines Spiel-Stils über die Jahre (Link führt zum Finnland-Institut)





Und da es eindeutig "Liebe auf den ersten Blick" war, konnte ich nicht anders und mußte mir dieses Instrument selbst zu Weihnachten zu schenken ;-)

Meine Mutter kam am Tag darauf zu Besuch, und sie war auch ganz begeistert von dem Klang. Sie meinte allerdings "Dir sollte man einen Sack Zeit schenken, den bräuchtest Du wirklich sehr .."

Wo sie recht hat :) Aber ich habe es noch nicht bereut, im Gegenteil .. Es ist so entspannend für mich, ein Saiten-Zupf-Instrument zu spielen, das sind genau die Ruhemomente, die ich als Ausgleich so brauche. Die Leier und die Kantele sind für mich ganz verschieden, auch wenn sie irgendwo "verwandt" sind.

Während dem "Klönen" mit meiner Mom spielte ich nebenher kleine Melodiefolgen und Stücke auf meiner Leier, und sie fand das auch sehr entspannend und beruhigend. Das ist das Schöne an diesen Instrumenten - sie wirken so positiv und sind ganz "unaufdringlich", sogar als Begleitung während der Unterhaltung wunderbar .. Mit dem viel dominanteren Klavier (das ich aber dennoch nicht vernachlässige) wäre das eher nicht möglich.

Und ich empfinde es so, dass ich damit ganz nah an das Wesen des Klanges komme, diese Intensität und Reinheit des Tons verbunden mit den Schwingungen, die der Klangkörper direkt auf mich überträgt .. Die Musik als Verbindung zur Unendlichkeit des Universums, ja - vielleicht auch die Unendlichkeit allen wandelbaren Seins .. das ist ein großes Glücksgefühl.

Wir schwingen alle irgendwie mit dem Universum, haben eine ursprüngliche Verbindung zu dem "Ur-Klang", die nur leider oft überlagert wird von den alltäglichen Disharmonien.

Mit diesen Instrumenten finde ich wieder zu dem Ur-Klang zurück.




Selbst auf unseren eigentlich immer hungrigen und ziemlich agilen Hund wirken die oft nur improvisierten Klänge sehr beruhigend :-)

Auch Noten habe ich mittlerweile für die Kantele, aber dazu in einem anderen Beitrag, sonst wird es zu lang.

Liebe Grüße an Euch.

Birgit 27.12.2016, 18.49 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL




"Früher haben wir zum Himmel hochgesehen und uns gefragt, wo unser Platz im Universum ist.
Heute blicken wir auf den Boden hinab und zerbrechen uns den Kopf über unseren Platz im Schmutz."


Cooper (Matthew McConaughey)

"Das ist unmöglich!" (TARS)
"Ich weiß. Aber es ist notwendig."
(Cooper)

"Liebe ist das Einzige, was Zeit und Raum überwindet."
Brand (Anne Hathaway)

... in "Interstellar"




Eine Sternschnuppe ..




"Früher gab es nur Dunkelheit. Wenn du mich fragst, gewinnt das Licht."


Rust Cohle (Matthew McConaughey) - in "True Detective"





"Gib dem Menschen einen Hund
und seine Seele wird gesund."


Hildegard von Bingen
(1098 - 1179), deutsche Mystikerin,
Äbtissin und Naturwissenschaftlerin,
katholische Heilige







"... For you I will return
If I don't return
I will leave a message for you
carved in stone ..."

(Leaves Eyes - "Twilight Sun")





Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann,
und worüber es unmöglich ist, zu schweigen.

(Victor Hugo)





6saitige frühmittelalterliche Leier basierend auf dem Oberflacht-Fund, Stahlsaiten, C-Dur/d-Moll
Meine erste Leier, mit der ich das Spielen begonnen habe.




8saitige frühmittelalterliche Leier, d-Moll.




8saitige germanische Leier, Nylonsaiten, F-Dur




Kleine 9saitige Leier c' - d'' (d-Moll), 39 cm hoch





27saitige chromatisch gestimmte Kleine Choroi-Sopranleier
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3